Albert König
Maler und Graphiker ( * 1881 † 1944)

Der bedeutendste Maler der Südheide wird in Eschede im Kreis Celle geboren. Nach einer Kindheit in ärmlichsten Verhältnissen beginnt er in seinem Heimatdorf eine Malerlehre. Nach Abschluss der Ausbildung folgen die damals üblichen Wanderjahre, die Albert König auch nach Düsseldorf führen. Hier ergibt sich für ihn die Gelegenheit, die Kunstgewerbeschule zu besuchen. Es ist in den Jahren 1901 und 1902 der Beginn einer künstlerischen Ausbildung, die er aber erst 1908 fortsetzen kann. Im Mai dieses Jahres geht er nach München und besucht dort von Januar 1909 an die private Zeichen- und Malschule Heymann. Nach eineinhalb Jahren sieht Albert König das selbstgesteckte Ausbildungsziel als erreicht an. Er kehrt München den Rücken und lässt sich im Dezember 1910 in Berlin nieder. Kurzfristig nimmt er Unterricht bei Lovis Corinth, dann wird er Schüler von Georg Tappert. Besonders der Einfluss des fast gleichaltrigen Tappert, mit dem Albert König sein Leben lang befreundet bleibt, wird für den Künstler wichtig. Im Sommer 1911 kehrt Albert König nach Eschede zurück und arbeitet von nun an als freischaffender Künstler. Erste Erfolge hat er mit seinen Holzschnitten, die ihm auch internationale Anerkennung einbringen. Diese Arbeiten werden in Zeitschriften, Kalendern und in Mappenwerken reproduziert und machen so seinen Namen weithin bekannt. Auch mit seinen Gemälden findet Albert König gleich zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn auf Ausstellungen in Berlin, Hamburg, Hannover, München und Dresden, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dennoch verläuft sein Weg als Maler weniger geradlinig, weil er lange um die ihm gemäße Form des Ausdrucks ringt. Zunächst werden in seinem malerischen Werk Einflüsse des Impressionismus und des Pointillismus sichtbar.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges setzt er sich intensiv mit dem Expressionismus auseinander. Ein Wendepunkt im Leben und im Werk Albert Königs ist das Jahr 1927. Er zieht von Eschede nach Unterlüß und lebt von nun an völlig zurückgezogen. In seinem Schaffen wird jetzt die Natur zum alles beherrschenden Thema. Nach detailliert ausgeführten Zeichnungen von dem Motiv entstehen im Atelier große Landschaften mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen, Baumporträts, die er mit einer gänzlich eigenen Formen- und Bildersprache zu erfassen sucht.

In ähnlicher Weise widmet sich Albert König seit Mitte der dreißiger Jahre den Kieselgurgruben bei Unterlüß. Auch hier entstehen nach vielen Naturstudien bis in alle Einzelheiten durchgearbeitete Landschaften, deren Wirklichkeit aber durch Hinweise auf die Sagen- und Mythenwelt und durch die lasierende helle Farbgebung aufgehoben erscheint. Die Einmaligkeit und die Bedeutung dieses Spätwerks sind erst in den letzten Jahren erkannt und gewürdigt worden.