"Kieselgur - Die Erlebnisausstellung" 

Die im Albert-König-Museum angesiedelte Dauerausstellung "Kieselgur - Die Erlebnisausstellung" präsentiert die naturwissenschaftlichen Fakten über die Kieselgur als einst bedeutenden regionalen Bodenschatz sowie die künstlerische Bearbeitung dieses Themas vor allem durch Albert König. Sie veranschaulicht in eindrucksvoller Weise die Geschichte eines fossilen Bodenschatzes, dessen Abbau lange Zeit einer der Hauptindustriezweige der Region gewesen ist. Denn bis zum Ersten Weltkrieg deckte die Produktion der heimischen Kieselgur fast den gesamten Weltbedarf an diesem Rohstoff, bei dem es sich um die abgelagerten kieselsäurehaltigen Schalen der mikroskopisch kleinen Kieselalgen handelt und der sich von der Zahnpasta bis zum Autoreifen in zahllosen Produkten des Alltags wiederfindet. Aufgrund seiner vielseitigen physikalischen Eigenschaften wird er auch zur Filterung in der Lebensmittelindustrie sowie als Isoliermittel und sogar zur Dynamitproduktion verwendet.

 

 

 

 

 

In einer Multimediashow wird die Thematik mit modernen Medien und in Form von Inszenierungen erlebnisorientiert vermittelt. Der Besucher verbleibt nicht in der Rolle des Konsumenten, des bloßen Betrachters, sondern wird zum Akteur, zu einem entdeckend Handelnden. Angefangen bei animierenden grafischen Elementen über elektronische Medien und Computeranimationen bis hin zu Mikroskopen für eigene Untersuchungen gibt es ein breitgefächertes Informationsangebot mit regelrechten Forschungsinseln. Information und Unterhaltung verschmelzen miteinander.

Aber auch Albert König hat „seinen Platz“ in der multimedialen Show. Ein digitales Bildarchiv wird quasi zu einer virtuellen Galerie. Der Besucher kann sich einen Überblick über das Gesamtwerk des Künstlers verschaffen, das mit einer repräsentativen Auswahl und weiteren Informationen auf einem Rechner abrufbar ist.

Vor allem seine „Kieselgur-Gemälde“ bilden einen reizvollen Kontrast zu den Bewegtheiten der audiovisuellen Medien. Die geologischen Formationen in seinen Tafelbildern entwickeln sich zu subjektiven geheimnisvollen Traumlandschaften, in denen Mythen lebendig werden. Durch ihre fahlen Farben, den kühlen, traumhaft hellen Ton und die kristallinen Konfigurationen erscheinen sie dem Betrachter wie eine unbetretbare sakrale Welt. Eine weihevolle Stille und lautlose Stimmung kennzeichnet den Charakter dieser Landschaftsdarstellungen, die seit jeher eine ganz besondere Aura erzeugen.